Fundstück von 2016 / April…

Guten Morgen liebe Freunde,
viele werden sich schon gefragt haben, wann schreibt er wieder mal an seiner Kolumne weiter?
Einige haben mich sogar schon per Mail kontaktiert weil ihnen die doch so oftmals lustigen Geschichten bereits ordentlich abgehen.
Aber genau da ist der Knackpunkt ihr lieben. Diese Geschichten haben oftmals zwar ernsthafte Hintergründe und doch wurden sie von mir so gut es eben ging, immer leicht und locker verpackt.

Ich will ganz ehrlich sein, meine derzeitigen Gedanken bewegen sich noch in einer Rückschau und jene macht mich doch sehr betroffen und auch sehr traurig. Daran kann auch noch so viel Streicheleinheit und gezeigte Sympathie nichts ändern.
Wie es bereits zufällig meine Freundin Inga Lohmann schrieb macht man uns grade für die eigenen Unzulänglichkeiten verantwortlich und nimmt in Kauf Freundschaften dadurch eben auch an Grenzerfahrungen zu bringen. Reaktionen, Schlüsse, Aktionen und daraus resultierende Empathie, können wir nur entwickeln wenn wir die Dinge richtig einordnen können. So kann ich z.B. einer Familie nur eine Schlafgelegenheit anbieten wenn diese mir bekannt macht, dass der Blitz eines großen Gewitters ihr Haus niedergebrannt hat.
Allein das Wissen über gewittrige Wolken kann zu keiner Reaktion führen. Die wie Inga so schön schreibt Respektlosigkeit, zeigt sich dann eben im Unverständnis der Betroffenen über eine von uns, eben in dieser Unwissenheit der wahren Dinge, gemachten Reaktion die uns dann einfach harsch und nahezu hochemotional und barsch an den Kopf geschleudert wird.
Nicht verstehend warum man grade getreten wurde, steht man dann da wie ein begossener Pudel. Denn so eine Reaktion konnte und vor allem hätte man nicht erwartet.
Statt einer eigentlich der Situation entsprechenden Entschuldigung bekommt man schlichtweg einen Elfmeter in die eigenen Eier. Wie gesagt: immer noch nicht wissen was eigentlich der Grund der gesamten Aktion war.
Ja und das schmerzt, umso mehr wenn man den Gegenüber mag, ihn über viele Jahre geachtet, beachtet und vor allen Freund war. Ja und dann kommt man an genau diese Situationen welche Inga so schön beschreibt. Alles wird zum Drama und in dem ganzen Schauspiel muss man letztlich immer wieder aufs neue erklären, dass man nicht nur „eigentlich“ nie eine Rolle darin spielen wollte. Nein man war doch zum Zuschauen verbannt, kannte das Drehbuch garnicht und konnte so dem Stück auch keinerlei Dramaturgie einhauchen.
Wer mich gut kennt, wie Marina, der weiß auch mein Teekessel explodiert unter normalen Umständen schon mal kräftig. Vielleicht sind wir deshalb auch schon 44 Jahre zusammen. Die Fetzen müssen auch mal fliegen, das reinigt die Luft, hat bei der Trauung unser Pfarrer damals gesagt. Recht hat er und doch gibt es Situationen da schluckt man diese Art von Ungerechtigkeit runter. Vielleicht ist es die Würde des Alters, die langsamer werdende Reaktionsfähigkeit oder am Ende nur Vernunft und der richtige Weg? Ich bin wiederum ganz ehrlich, ich weiß es bis heute nicht!
Marina hat es da einfacher getroffen, sie war stolz auf ihren Mann der nicht zusätzlich auch noch explodiert ist. Bei all ihrer eigenen Betroffenheit fand sie meine Reaktion eher richtig und der Situation zulänglich.

Vielleicht darum wissend was in den vergangenen Jahren passierte wenn man dem eigenen Ego folgend, nur seine Achtsamkeit und sein Recht und das Mindestmaß an Empathie für das eigene Handeln und Tun einforderte.
Wie es mir damit geht, wie meine Seele damit zurecht kommt und was der Mensch Jürgen sehnlichst erwartet, das hat sie wohl dabei außer acht gelassen. Ich denke auch mit genügend Abstand zu den Geschehnissen kann man Dinge immer noch grade bügeln und so zumindest glätten. Ungeschehen und rückgängig kann man im Leben nichts machen. Jedoch kann man Größe beweisen und nach dem kleinen Wort verzeih mir suchen. Mit etwas Glück wird man fündig und mit ein wenig mehr schafft man Dinge aus der Welt, die für keinen erstrebenswert und ganz und garnicht schön sind.

Von der Freundschaft, eine Botschaft, die ich für meinen Teil immer versucht habe umzusetzen und viele die mich hier bereits lange kennen und mir zusehen und hören wissen, dass die folgenden Worte von Khalil Gibran durchaus meinem Grundgedanken entsprechen.

Eurer Freund ist die Antwort auf eure Nöte.
Er ist das Feld, das ihr mit Liebe besät und
mit Dankbarkeit erntet.
Und er ist euer Tisch und euer Herd.
Denn ihr kommt zu ihm mit eurem Hunger,
und ihr sucht euren Frieden bei ihm.
Wenn euer Freund frei heraus spricht,
fürchtet ihr weder das „Nein“ in euren Gedanken,
noch haltet ihr mit dem „Ja“ zurück.
Und wenn er schweigt, hört euer Herz nicht auf,
dem seinen zu lauschen;
Denn in der Freundschaft werden alle Gedanken,
alle Wünsche, alle Erwartungen ohne Worte geboren
und geteilt, mit Freude, die keinen Beifall braucht.

Ich danke für euer Verständnis und die Mühe den Text und somit auch einem stückweit meinen Gedanken zu folgen. Wenn ihr eine Quintessenz aus all dem ziehen wollt, dann bitte ich euch nur um eines, erklärt eure eigene Lage eurem Gegenüber immer so, dass er sie auch begreifen kann, denn steht er euch nahe, so wird er euch mit Liebe und Verständnis begegnen und ihr werdet dankbar sein….

Foto JK ©23.04.2016 „bewölkt“

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