Das Übel mit der Therapie…

Nun jetzt wo wir den Ort gewechselt haben sollte ich schleunigst zum Psycho Dok. Die langen Wartezeiten standen dem unterfangen wegen des Umzugs entgegen. Grade umgezogen hätte man die Therapie abbrechen und neu beginnen müssen. Kontraproduktiv.

Eigentlich hätte ich vor 4 Jahren bereits gehen sollen. Aber man denkt ja das wird schon. – Pustekuchen – nichts wird, beziehungsweise schlimmer wird’s. So nimmt das Drama seien Lauf.

Die Nächte und die Vormittage sind gezeichnet von Angstausbrüchen die mich erstarren lassen. Der Elefant sitzt auf meinem Brustkorb und der Arsch hängt im eiskalten Gebirgsbach. Alles in mir zittert und das Brötchen am Morgen muss aufpassen, dass es nicht gleich wieder rauskommt. Pausen nach jedem Bissen und dann noch atmen, wie nach einem Plan.

Die Nächte voller Gedanken. Jede Stunde ab zwei Uhr wach und mit jeder Stunde steigert sich die Angst vor dem Morgen. Sorry aber ich kenne sowas nicht. Früher hat mich keine Prüfung, kein Termin erschüttert. Augen zu und durch. Das war mein Leben. Eine Rede ohne Skript vor fünfhundert Menschen, – wo ist das Problem?

Und nun diese Angst vor dem neuen Tag. Die Morgensonne erschüttert mich und sendet mir eine Lähmung und ein Gefühl in der Magengrube als wäre der Zug zur Hölle eingefahren. Letzter Aufruf für JK steigen sie bitte ein, den Koffer benötigen sie nicht, also bitte auf dem Bahnsteig stehen lassen.

Das Gefühl der Ohnmacht breitet sich aus. So werden wichtige Dinge von Heute auf Morgen nach übermorgen und dann eben auf den Tag nach übermorgen verschoben. Danach gibt es unzählige Wiederholungen – das nervt.

Ich wäre gerne bei Oma auf dem Friedhof an der Ur-Curry 36 in Kreuzberg. An ihrem Grabstein auf dem die Jahreszahl 1990 eingemeißelt ist, finde ich meine Ruhe und Geborgenheit. Dort kann ich stundenlang erzählen, weinen und mit dem Leben hadern. Oma ist derweilen ganz still in ihrer Urne und doch ist sie mir so herzerwärmend nahe…


Foto/Text JK ©14/09/2022

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2 Kommentare zu „Das Übel mit der Therapie…

  1. Ich drück dich in Gedanken ganz fest.
    Gerne würde ich sagen, dass ich zu deinen Worten keinen Bezug habe, jedoch wäre das gelogen… natürlich ist es für jeden anders….. aus unterschiedlichen Gründen .. blablabla..
    In etwas über 2h hab ich einen Termin und ich bin gespannt auf dessen Ausgang. Ich fühle mich gerade wie ein Simulant, jemand, der zu hören bekommen wird „na geh, so wie Sie sich fühlen.. so fühlt sich die halbe Welt“ (natürlich in dem Rahmen wäre das absolut unprofessionel, aber der kleine Dämon da in mir… nun gut. Sorry, ich schwafel dich hier voll.. das wollte ich jetzt eigentlich gar nicht hier hin kleistern)

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