Wie soll ein Mensch das ertragen…

Ich geh‘
Rüber ans Fenster
Um zu sehen
Ob, die Sonne noch scheint
Hab‘ so oft
Bei schwerem Gewitter
In deine Hände geweint
© Philipp Poisel

Ja da ging es wahrlich um Schönheit und Liebe, wobei es bei mir einmal mehr um den Geisteszustand ging. Es ist wie es ist, der Druck auf meine Psyche reißt nicht ab. Heute dies und gestern das und Morgen so weit wie möglich weg schieben. Davor in Sicherheit am besten unter die Bettdecke kriechen und zwar so, dass nichts, aber auch garnichts vor schaut.

Die Poisel Metapher setzt sich jedenfalls im Lied weiter durch, „könnt ich einen einzigen Tag nur in meinem Leben dir gefallen, um dann ein einziges Mal nur dir in deine Arme zu fallen“. Ja das brüllt meine Depression jede Stunde, einmal noch glücklich sein und sei es nur für einen einzigen Tag nur. Danke dir Philipp – oh ja danke dafür..!

Aber der Atem bleibt hörbar. Übertönt wird er in der Nacht nur vom Geräusch des schnarchenden Hundes. Der Rest ist ruhig und wartet auf den Morgen während ich mich quälender als je zuvor der unaufhaltbaren Zeit ergeben muss. Jede Nacht, Tag für Tag, Woche für Woche und ich kürze es einmal ab, mittlerweile Jahr für Jahr.

Es klebt an mir wie die toten Viecher an einer Windschutzscheibe. Tag für Tag sammelt es den Mist, bis das Sichtfeld undurchdringbar scheint. Aber die Fahrt muss weitergehen. Unaufhörlich ziehen Tag und Nacht ihre Kreise und der Strudel der sich dabei breit macht zieht dich tiefer und tiefer. Die Dunkelheit schluckt irgendwann deinen letzten Widerstand und der Geist ergibt sich in ein tiefes schwarzes Loch was du nicht einsehen kannst, weil deine Augen schon lange Zeit deiner Angst gehorchend, geschlossen sind.

Wie soll ein Mensch das ertragen Jürgen, suche die Antwort mein Lieber und viel Glück beim suchen, denn du wirst es brauchen…


Foto/Text JK ©14/08/2022

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8 Kommentare zu „Wie soll ein Mensch das ertragen…

  1. Ich kann dir da als Außenstehende nur zuhören, deine Gefühle ernst nehmen. Als nicht Betroffene (kann natürlich jeden treffen so eine Depression, auch mich, niemand ist davor gefeit) ist dieser Zustand nur schwer „greifbar“ (stehe dem total unbeholfen, ja fast fassungslos gegenüber).
    Ich bewundere deinen Mut, dich darüber so frei zu äußern.

    Gefällt 4 Personen

  2. Depression ist irgendwie nicht greifbar, ich wusste erst nicht um welche Krankheit es geht. Dann hab ich hier gelesen und ich wünsche dir bessere Zeiten. Du wirst doch hoffentlich Antidepressiva bekommen , 🌹alles gute dir und hoffentlich hast du auch einen guten arzt

    Gefällt 1 Person

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