Von der Flaschenpost die keinen erreicht…

Manchmal ist mein Leben wie eine Flaschenpost. Abgeschickt von mir selbst als Menschen, der sich vergessen fühlt und sich der ausgesuchten Welt in Erinnerung rufen will: Hallo ich bin noch da. Unser Leben ist eine Abfolge von immer seltener werdenden ersten Malen. Darum rede ich oft von goldener Kindheit, meiner Jugend die so aufregend war, – und nun immer öfter warum Altsein so deprimierend sein kann. Ein erstes Mal ist fast immer aufregend, ob man nun allein eine Wohnung bezieht oder zum ersten Mal selber fliegt. Und die erste Liebe ist einfach nur eine geniale Weltsensation. Die weichen Knie, das donnernde Herz, die kitzelnde Nervosität. Im Grunde ist das alles nicht auszuhalten. Die Sekunde, in der diese erste größte Liebe endet, ist nicht automatisch der Anfang vom Ende des Lebens. Mancher berappelt sich – andere bleiben immer von diesem Verlust beherrscht und bestaunen ihren Totalschaden.

Ähnlich verhält es sich mit den Menschen die einen freiwillig verlassen. Damit sind all jene gemeint, die sich einen Dreck scheren, um das was war und um das was sein wird. Die eigene Trauer kennen sie nicht. Sie wissen nicht was Leiden bedeutet. Sie sind keusch gegenüber großen Gefühlen.

Ja es gibt nichts Größeres im Leben als die Liebe, und es gibt kaum Schlimmeres als ihren Verlust. Grade im späteren Alter fragt man sich, wie soll man diesen Verlust überleben, wenn man ihn zum ersten Mal in einer absolut neuen Situation und gleichzeitig mit voller Wucht erfährt?

Seit Jahren bohren sich die Gedanken tief in mein Seelenleben. Es gibt keine allumfassende Antwort. Mancher mag das Sturheit nennen, ich nenne das für mich den letzten Grad an Selbstachtung.
Diese Menschen wissen es nicht besser, aber sie haben mir weh getan. Sie haben mein Seelenheil für immer geschädigt. Sie haben aus Gründen, die nur sie selbst kennen können, ihre Verantwortung gegenüber der Menschlichkeit versenkt.

Versenkt irgendwo auf dem Grund in einem Meer voller Traurigkeiten das sie vielleicht sogar von vornherein nicht bereit waren noch sind, auch nur ansatzweise zu durchsegeln. Aus Angst, aus Scham, aus Egoismus oder weil sie sich selbst nie genug geliebt haben…


Foto/Text JK ©19/02/2022

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