Von Wurzeln und Flügeln…

Ach ja der alte Goethe mal wieder. Sagte er doch tatsächlich: „zwei Dinge sollen Kinder von ihren Eltern bekommen: Wurzeln und Flügel“.

Ja und letztlich liegt es doch an Eltern die selbst >gesund< sind Dinge laufen zu lassen, oder Dinge zu begrenzen. Und da liegt einmal mehr der Hund begraben…

Neulich rief mich eine an die scheinbar Hilfe suchte. Ich tat alles so wie sie es von mir in dem eineinhalb Stunden langen Gespräch erwartete. Mir schwante der Hintergrund, aber ich betrachtete mich und meine Hilfe auf einer professionellen Ebene und ließ alle Zweifel unerwähnt.

Nicht mal der Teufel hätte meine Zweifel erfahren.

Gut dann fing ich an Hilfsangebote zu erarbeiten. Noch bevor ich fertig war hörte ich grollenden Donner aus der Entfernung. Aber ich blieb dran. Nun nachdem ich meine Arbeit erfolgreich beendet habe ist das alte Bild einer psychisch Kranken wieder vollends erwacht.

Da heißt es plötzlich lautstark hoppla „das machst du dann so und das so“.

Erinnern wir uns an ein grade erst liebevoll geschriebenes Zitat:

You are standing on a Crossroad
please take the right Way
take it for you and for your dearest Child

Was von dem Zitat wurde da nicht verstanden? Hätte ich es auf Deutsch schreiben sollen? Oder hätte ich speziell deinen Namen vornan stellen müssen?

Ich verlasse nun diesen Ort denn mein Tun war kein Selbstzweck. Du wirst mit der von dir in all den Jahren geschaffenen Situation leben müssen. Das ist nun dein Zuhause.

Wir durften alle das Bild deines Inneren sehen. Erinnerst du dich noch an Venedig? Erst die Gönnerin und grade einmal wenige Stunden vor Ort hast du das Gesicht des Grauens vor uns ausgebreitet und deinem Kind ganz bewusst Schaden zugefügt. Damals habe ich geschworen ich schreibe das alles nieder. Heute bin ich froh es all die Jahre getan zu haben.

Es wird einmal jemandem erklären wer du warst und eventuell immer noch bist…

Nun wird alles um dich rum so stille
Wie in der eignen Kinderzeit
Die Bäche gehen rauschend nieder
Dämmerst allein durch deine Einsamkeit.


Foto/Text JK ©19/11/2021

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Ein Kommentar zu „Von Wurzeln und Flügeln…

  1. „Eure Kinder sind nicht eure Kinder.

    Sie sind die Söhne und die Töchter der Sehnsucht

    des Lebens nach sich selber.

    Sie kommen durch euch, aber nicht von euch,

    Und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht.

    Ihr dürft ihnen eure Liebe geben,

    aber nicht eure Gedanken,

    Denn sie haben ihre eigenen Gedanken.

    Ihr dürft ihren Körpern ein Haus geben,

    aber nicht ihren Seelen,

    Denn ihre Seelen wohnen im Haus von morgen,

    das ihr nicht besuchen könnt,

    nicht einmal in euren Träumen.

    Ihr dürft euch bemühen, wie sie zu sein,

    aber versucht nicht, sie euch ähnlich zu machen.

    Denn das Leben läuft nicht rückwärts

    noch verweilt es im Gestern.

    Ihr seid die Bogen, von denen eure Kinder

    als lebende Pfeile ausgeschickt werden.

    Der Schütze sieht das Ziel auf dem Pfad der Unendlichkeit,

    und er spannt euch mit seiner Macht,

    damit seine Pfeile schnell und weit fliegen.

    Laßt eure Bogen von er Hand des Schützen auf Freude gerichtet sein;

    Denn so wie er den Pfeil liebt, der fliegt, so liebt er auch den Bogen, der fest ist.“

    Khalil Gibran
    (* 06.01.1883, † 10.04.1931)

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