Geneigte Leser*innen…

Das War ein Schlag in, – na ihr wisst schon – als heute Morgen die Küche wahrlich Wasserfützen zeigte. Das hatte sich ja im Kopfe schon angekündigt. Langsam sehe ich die Dinge nach kurzer Verschnaufpause lockerer. Gut das Auto braucht Strom, also eins nach dem anderen. Natürlich brüllt mich der Reifensensor an: hey ich brauche Luft.

Wie erholsam dann die kurze Rast während ich 30 KW ins Auto pumpe um wieder voller zu sein hör ich Musik von Ina Müller 55* neues Album und plötzlich laufen mir Tränen über das Gesicht. Allein, in der Karre sitzend und ergriffen wie Ina über das Leben getextet hat und nun vorträgt. Jede Zeile ein Treffer genau in meine Seele…

Ich sauge die Musik auf und fahre 5 Meter Richtung Daheim und dann kommt der Reifendruck. Gut das kann natürlich ganz normale Meldung gewesen sein, denn seit Juli nicht mehr kontrolliert. Also Hirn aus, zurücksetzen und abwarten. Nächstes Wochenende gibt es dann eh die eingelagerten Winterschlappen aus unserer Garage.

Manchmal fragt man sich jedoch schon ob einen wer piesacken will, oder gar die versteckte Kamera läuft.

Ich bin wenigstens voll von Musik ummantelt- es wäre derzeit sehr schlecht wenn das ausfiele. Also lass ich mich berieseln. Bin freundlicher zu denen die ich nicht leiden kann und versuche nirgends anzuecken.

Nachts liege ich oft wach. Das erinnert mich an eine meiner schlimmsten Zeiten, welche nun schon zwanzig Jahre her sind. Aber das Gefühl ist scheinbar wieder da. Musik hören und dann durchhalten bis der Schlaf einen übermannt. Das blöde ist das Aufwachen danach. Man ist schwer gerädert und gnadenlos müde.

Die nächste Woche wird ganz krass ich bin auf mich alleine gestellt und muss sehen ob mich das Johanniskraut durch den Tag bringt. Nun hoffen wir mal.

Irgendwie wünsche ich mir Normalität. Aber mal ehrlich, wo fängt die in Zeiten wie diesen an und wo ist der oft nicht sichtbare Übergang zum Wahnsinn. Gefährlich wenn man nur daran denkt!

Ach je Udo Walz ist gestorben. Echt Scheisse das. Ich mochte den kleinen lustigen Friseur. Seine Läden in Berlin habe ich zwar nie besucht, jedoch lagen sie in meinem Wirkkreis. Uhlandstrasse und Ku-Damm waren bereits in den 70ern mein Revier. Clubs, Lokalitäten und mein Lieblings Plattenladen. Was hab ich da für ein Geld gelassen. Mein Friseur Eddy auch eine Institution in Berlin war nahe des Winterfeldplatzes in Schöneberg. Mitten drin im Schwulen Viertel in dem sich auch David Bowie oft die Zeit in Berlin vertrieb. Ich sage ja, normalerweise sind wir uns fast hunderte Male begegnet. Aber eben immer nur fast.

Leider, schade, sehr schade…

Foto/Text JK ©22/11/2020

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