Einer dieser Tage und sie reißen nicht ab…

Wieder einmal, – na ihr wisst schon die Deprie wie ich sie mittlerweile nenne. Komisch und das obwohl ich heute zumindest einige Aufgaben erledigen musste. Ein Telefonat das lange Zeit von Vertrauen geprägt war und nun der unteren Normalität zuzuordnen ist, – geführt √ .

Ist es nicht besonders schlimm wenn einen Menschen mit denen man jahrelang nur Gutes verbunden hat, derart krass enttäuschen, dass man schon mit Magenschmerzen zum Telefon greift. Immer mit dem Gedanken wie es zu vermeiden wäre. Aber man muss da durch. Es gibt eben manchmal kein Entrinnen.

Meine Gedanken sind scheinbar an magischen Grenzen welche auch ich nicht ganz begreife. Das Leben ist nicht mehr lässig wie einst. Es ist vielmehr bestimmt durch eine Schraube im Kopf, welche mal mehr, mal weniger angezogen ist. Alles hängt nur noch von dieser einen geistigen Schraube ab. Das Buch weiter lesen, – derzeit keine Chance. Wie festgenagelt auf der Hälfte von gut 800 Seiten – Kapitulation.

Nun es steht ja da, im bookchair und wartet. Wäre es im Regal, wäre es noch schlimmer. Die Tagesabläufe werden öder und so meine Laune. Den richtigen Ton finden und halten, eine Sisyphusarbeit.

Ich denke oft zurück an ähnliche Lebensabschnitte doch bewusst habe ich keinen im Speicher.

Apropos zurückdenken, Altes Land – Der Film ZDF, spannendes Familiendrama. Ich kannte bereits das Buch und war sehr gespannt auf den Film. Dank ZDF Mediathek aus 2 Teilen einen Einteiler gemacht. Faszinierend wie plötzlich Oma, Tanten und Eltern wieder aus dem Nirvana erwachten. Oma die Glück hatte und in Berlin eine Anstellung bei Wertheim bekam. Das Kaufhaus der 30er Jahre in Berlin. Sie war dort in der Änderungsschneiderei angestellt und nahm Maß bei den Reichen und Schönen. Opa fuhr die Straßenbahn bis ihn im Winter 42 die Lungenentzündung dahinraffte. Schlimme Zeiten…

Der Rest von der Familie die einst in Pommern große Ländereien hatte zog weiter nach Schleswig Holstein. Unserem nächsten Domizil.

Alles wird gut. Das sagt mir meine Frau jeden Tag – und doch wirkt es oft wie eine Floskel.

Aber es muss ja auch gut werden, warum sonst noch aufstehen – Tag für Tag..!?!

Der Hund schrabt sich draußen sein Fell. Auf dem Rücken liegend dreht er seine Kreise und vermindert damit störendes. Cool so ein Tier. Einfach umdrehen ein wenig hin und her und das Leben wieder genießen. Das wäre doch eine phantastisch anmutende Therapie für uns Menschen. Nahezu genial wenn das schon alles wäre.

Aber nein, unsere Bürde sitz tief. Alles was uns nicht kaputt macht, macht uns hart hat mal einer gesagt. Was für ein Idiot, sage ich heute mit Abstand. Nein es macht uns in der Krankheit, anfälliger und kränker!

Ja, die Welt ist kaputt und ich bin es irgendwie auch. Aber wer hätte damit schon gerechnet: ich nie!

Was bleibt ist am Ende die Hoffnung, jene Hoffnung die Marcel Proust einst so beschrieb:

„Aber das Glück kann nie kommen. Sind die Umstände endlich gefügig gemacht, so verlegt die Natur den Kampf von aussen nach innen und bringt allmählich in unserm Herzen eine Wandlung hervor, so dass es etwas anderes wünscht, als was ihm zuteil werden wird.“

Foto/Text JK ©16/11/2020

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