Vom Winde geweckt…

Der Herbst ist da. Schlagartig – und das so krass ich wurde heute Morgen kalt erwischt. Zusammengekauert lag ich unter der Decke. Die Nacht war kurz, zu kurz, aber selbst Schuld wenn man das Buch nicht zu bekommt. Nun es fasziniert mich in anderen Leben herumzuwühlen und sie mit dem meinem zu projizieren. Ich habe so viel erlebt und bin erstaunt wieviel mehr es z.B. bei Susan gewesen ist. Nun ich denke hätten meine Erzeuger ebenfalls ein Leben an so vielen Plätzen gestartet, – wer weiß?

Ich erwähnte es ja bereits öfter, gerne wäre ich 1950 oder gar 1948 geboren um den 68ern näher gewesen zu sein. Jedoch habe ich das durch meinen nahezu riesigen Drang zu den Beatles und der Tatsache ein interessanter Bursche für die Damenwelt der 68er zu sein gut in das Zeitalter geschafft. Früh war ich sozusagen on the Road…

Meine Strebsamkeit in Sachen Schule war begrenzt, ging es darum Taler für das Vergnügen zu erarbeiten, war ich nahezu nicht zu befrieden. Der Zweitjob sicherte mir den Spaß im Leben. Meinem Leben, das früh in Bars und Clubs landete. Das Boot, eigentlich Showboat ein Bestandteil des Riverboat, einer der größten Beat-Tempel Berlins mit 5 Tanzflächen und riesengroßen Dachterrasse. Dort, erstmals noch mit Begleitung meines Onkels der dort Musik machte, doch bald schon alleine. Man kannte den „Kleinen“ und dachte irgendwann der gehört zum Inventar.

Die unzähligen Male die ich tagsüber bei 68ern in WG´s verbrachte schlossen sich nahtlos an. Ich wollte auch so ein Leben. Jeder mit jedem und egal wie herum. Ein wenig setzte sich das sogar in meiner Abschlussklasse um, zumindest kann ich mich an mehrere Treffen erinnern die nicht ganz jugendfrei waren. Immer häufiger trafen wir uns mit den Hübschen aus der Klasse auch bei mir.

Sturmfrei bis 17 Uhr und dann kamen die Eltern. Es wurde gefummelt und gekuschelt was das Zeug hält. Die Flasche Lambrusco kostet damals glaube ich 1,95 DM und das für ich meine 2 oder sogar 2,5 Liter. Jeder der dabei sein wollte wusste nach dem Spaß wartet auch die Pflicht. Und so räumten wir alles peinlich genau auf. Wuschen unsere Weingläser und rauchten nur auf dem Balkon. Leicht gebückt hinter der Blumenpracht meiner Mutter damit uns die Nachbarn nicht peilen.

So im Nachhinein betrachtet war diese Zeit vielleicht sogar eine der schönsten Zeiten in meinem Leben. Man-n war nahezu in Dauererregung und genoss es von „Höhepunkt“ zu Höhepunkt zu hüpfen. Alles schien möglich und alles war spannend und natürlich viel spannender als binomische Formel Lehre…🧐

Foto/Text JK ©26/09/2020

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s