Meine Kaffeemaschine ist übrigens eine nette…

Ja sie sagt mir immer während sie meinen fertigen Kaffeewunsch, also das was ich „bestellt“ gedrückt habe darstellt, ihr Kaffee Bitte schön. Nun die Dinge laufen heute anders! War die ZEIT früher voll mit Politik und Feuilleton, wartet sie heute auch schon mal mit Erektionsstörungen oder wie geht gleichgeschlechtliche Liebe auf. Das wäre ja früher fast schon ein Affront gewesen.

Nun gut früher, also in Zeiten der 60er Jahre, war zumindest bei uns und den Tanten drum herum die wichtigste Aufgabe der Zeitung den Kamin, den Herd, oder meist den alten Kachelofen in Gang zu setzen. Es ist natürlich schon eine Umweltsünde in heutiger Zeit. Aber das roch so herrlich, dass mir heute zu Tage der Duft, so ich ihn zufällig mal wieder angespült bekomme, umgehend eine Gänsehaut verpasst und mich ins Schwärmen bringt. Das gute alte Elsass in dem die Zeit so könne man meinen stehen geblieben ist, produziert diese Geruchs Nuance bis heute.

Neulich sprach übrigens ein Psychologe über meine Krankheit mich oft und gerne in der Vergangenheit zu bewegen, er kam zu dem Schluss, einfach zulassen weil: es ist der größere Teil von mir als die Gegenwart und die zu erwartende Zukunft. Na wenn das nicht beruhigt. Man muss wissen, es gibt in meinem Umfeld eben genau jene die meinen das dies völlig falsch sei und alles was man früher erlebt hat in eine dunkle Höhle gehört und nie wieder ans Licht kommen dürfe!

Schwachsinn hoch Neun. Ich lebe meine Vergangenheit manchmal sicher zu real, das mag ja durchaus stimmen. Als ich vor längerem mit einer Freundin aus der Schweiz, in eben jener, Kaffee trinken war, da lief uns beziehungsweise mir die nicht sehr, Verzeihung, attraktive Kellnerin direkt an der Nase vorbei und löste in mir auf Grund ihres Parfüms ein Déjà-vu aus, das selbst meiner gegenüber sitzenden Freundin nicht verborgen blieb.

Letztlich bleiben uns im Alter auch nur noch die Erinnerungen. Ich weiß wovon ich rede beziehungsweise schreibe, mein Vater, der 2015 verstarb, lebte ständig darin. Angehörigen geht das schon mal auf den Sack, jedoch wäre es gut auch beim hundertsten Mal der gleichen Geschichte, einfach die Ohren auf Durchgang zu schalten und die Klappe geschlossen zu halten!

Gerüche können einem den Verstand rauben, das kann man wohl behaupten. Manche von ihnen kommen nie wieder, wie der Geruch in der alten Markthalle am Bergmannkiez. Dort wo sie mir meine ersten Wienerle in den Mund schoben und ich später noch selbst einkaufen und essen war. Die Zeit kommt nicht wieder. Die Halle ist runderneuert, aus ihr strömt nun der Duft der großen weiten Welt. Restaurants in allen Farben und Facetten kommen und gehen. Doch ich schau trotzdem gerne mal wieder hinein, – und sei es nur um in der Vergangenheit zu schwelgen…

Foto/Text JK ©23/07/2020

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