And a Man is selling ice cream…

Saturday in the park, i think it was the Fourth of July. People dancing, people laughing a man selling ice cream… Ach ja das spiegelt irgendwie meine heutige Stimmung wieder. Bis mir die abermals 40 Grad und der hastige Ritt zum Baumarkt irgendwie Salz in die Suppe nagelte.

Nun ja wer da dachte, draußen sei besser wie drin, der hat ja wohl auch einen an der Waffel. Aber das Lied hat mich dann doch etwas getragen. Immerhin war das 1972 meine erste Vinyl von Chicago. Kreuzberg, Solms Ecke Gneisenaustraße Musikhaus Wiebach! Mein alter Plattenladen in dem ich so viel meiner Jugendzeit investiert hatte. Natürlich ebenso das Taschengeld.

Ich denke mit der Auswahl war ich meiner Zeit wie immer um einiges voraus. Was mich heute noch nicht selbst verwundert.

Die Laune im Baumarkt war gerade auf dem Tiefpunkt angelangt und irgendwie knurrte mir der Magen. Also gaben wie dem Elektroauto Strom und das nicht zu knapp um wieder ins warme Wohnzimmer zu gelangen. Zuhause angekommen fiel mir ein, dass ich am Morgen eine Meldung auf dem IPhone hatte, wonach ein Film von Fatih Akin jetzt in meiner Mediathek verfügbar sei. Der goldene Handschuh. Kein Film für Weicheier, eher etwas für Menschen die sich mit der Hamburger Geschichte befasst haben. Wir Berliner sind ja dafür bekannt selbst Massenmörder zu vertonen und ihnen kleine Liedchen zu verpassen. So trällerte meine Oma bereits in ihrer Jugend vom Massenmörder Haarmann: warte warte nur ein Weilchen dann kommt Haarmann auch zu Dir, mit dem kleinen Hackebeilchen… Na gut überspannen wir das nicht weiter. Aber das war der Berliner Humor meiner Omi.

Gegen die Wand war der erste Film den ich von Akin gesehen hatte und anders als viele meiner Freunde habe ich den Film genossen. Es ist die ständige Ehrlichkeit die er uns aufdrückt.

Nun dachte ich ein Stück Zeitgeschichte am Abend und man könne über den heißen Tag hinweg kommen. Boah ey, das Ding lief noch keine 5 Minuten als mir klar wurde, das wird schonungslos grausam. Ich war mir nicht mehr sicher ob ausschalten nicht doch justament besser wäre.

Aber – ich hielt es aus.

Fragte mich jedoch direkt im Anschluss, was will er uns mit dem Film sagen?

Nun ich denke dass, er nicht nur das Thema aus der Vergangenheit buddelt um Geschichtsunterricht zu schreiben, sondern mir war klar, dass jene Quintessenz aufzeigen sollte, zu welchen Abscheulichkeiten der Mensch in der Lage ist. Doch eben anders als bei dem Massen-Frauen-Mörder Honka, grade all die täglichen News, welche uns im Sekundentakt auf dem IPhone so erreichen.

Die ganze Welt wird uns vor Augen geführt. Mit all ihren gnadenlos Irren. Man hat kaum noch Zeit Worte zu finden, da setzt schon wieder einer etwas drauf…

Bäh. Kaum zu fassen. Doch dann später am Abend scheinbar 2 Grad kühler und nachdem mich eine Dokumentation über Giovanni Di Lorenzo etwas runtergebracht hatte, stand schon der nächste Mordfall vor der „Türe“. Es geschah am helllichten Tag, ein 58 gedrehter Film mit Rühmann und zu jener Zeit eben auch ein harter Film. Jedoch unvergleichlich die Medienlandschaft. Damals, zumal noch in der Schweiz, hätten die wohl trommeln müssen um uns aufmerksam zu machen. Außerdem war das alles immer noch zu Kriegsnah und da wünschte man sich doch eher leichte Kost. Also nicht nur im Spielfilm sondern auch nebenan.

Ja aber keine Regel ohne Bruch und wie im echten Leben braucht der Mensch das Gute und das Böse. Wie wüsste er sonst zu unterscheiden. Mein Resümee an solch einem Tag fällt also eher nachdenklich aber nicht verbittert aus. Wir müssen mit den Irren auf dieser Welt leben, denn wir haben nur diese. So ist das mit dem italienischen Totmacher vom Mittelmeer. So ist das mit der Antifriedenstaube aus den Staaten. Und so ist es eben auch mit dem Nachbarn, den wir meinten doch eigentlich lange genug und gut zu kennen…

Foto/Text JK ©27/07/2019

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