Nights in White Satin…

Ach ja diese Hitze, diese fortlaufend wiederkehrende Hitze. Man schwitzt und wendet sich Nächtens im eigenen Saft. Grauenvoll. Tja und dann, wäre das allein nicht schon genug, dann ist da noch diese Leere. Eine Leere des eigenen Ich. Das Martern meiner Gedanken und das Bitten um Erleuchtung beziehungsweise um zur Verfügung Stellung jenes Gedankenfadens welcher hier doch eigentlich in schöner Regelmäßigkeit Niederschrift finden soll. Aber nichts, Totenstille, nieente nada …

Aber gut, wo steht das auch geschrieben? Also das mit dem täglichen Erguss!

Wissen die Hühner, ich weiß nur eines: die Leere in meinem Schädel macht mir nicht nur Angst, sondern auch Schmerzen. Nun neulich schrieb eine „Seelenverwandte“ von mir: Zeit zum reifen. Ja, es ist so. Auch Kopfmenschen haben ihre wunden Punkte. Auch wir sind Menschen. Nur eben oft sehr viel sensibler als der sprichwörtliche Normalo.

Dazu kommt natürlich auch noch unser Umfeld ebenso wie unser aller Umwelt mit all seinen Grausamkeiten. Ganz ehrlich manchmal ist mein Kopf so zugekleistert, da will ich nur noch Ruhe und schaffe es nicht einmal irgendeiner Form von Musik zu frönen. Ich sehne mich nach einer Insel. Ja aber, und das ist das abartige, nach einer mitten auf dm Ku-Damm in meiner Stadt.

Auf dem Land ist es mir zu ruhig und es hat zu viele Spinner. Die einen spielen Dir über Jahre etwas vor und die anderen verarschen Dich direkt, weil sie ahnungslose Würste sind, die denken Dich verarschen zu können ohne dass Du ihnen jemals auf die Schliche kommst. Was für ein Bullshit. Was für überhebliches Gesindel!

Und all jene zieht der sensible Geistesmensch gradezu an.

Das alles gerät jedoch langsam echt außer Kontrolle. Ich wünsche mir mein Schaukelpferd zurück und werde spätestens dann, als ewig Gestriger vom überbleibenden Rest gesteinigt. Fuck.

Früher, nein, natürlich war da nicht alles besser. Aber mit wachsendem Alter steigen auch die Aufgaben und die erfordern individuelle Reaktionen. Unsere Welt wird komplexer. Tag für Tag mehr. Der Schädel älter und schon werden die Kapazitäten welche man gestern noch in Lyrik und Text gesteckt hat, anderweitig benutzt. Das Schlimme daran, unser Einfluss darauf ist nicht gefragt!

Nein, teilweise merken wir es nicht einmal mehr, wie uns das Hirnschmalz bis zur Rinde abgezogen wird. Ein Beispiel: meine Frau, neulich mitten in Berlin, ruft mich an, erregt, „das Auto lässt sich nicht abschließen“! Natürlich elektronische Bedienung. Nach einigen Überlegungen stellte sich via Telefon dann heraus, der „Elektromotor“ lief noch. Natürlich ohne das Dieseln und vor sich her stinken. Lautlos zog der seine Kreise und nur der Blick auf die Armaturen zeigte an, dass man den Start/Stop Knopf nicht gedrückt hatte.

Naja Shit happens und was ich Euch eigentlich sagen möchte:

Wir, die wir mit Euch unsere Gefühle teilen, wir, die wir Euch an unsere eigenen Grenzen mitnehmen indem wir WordPress nutzen und unsere Seele öffnen, wir haben auch das Recht einmal schwach zu sein. Sei es nun für Tage, Wochen, oder eventuell auch für Monate. Wir sind im tiefsten Inneren verletzliche Menschen. Mehr vielleicht als sich mancher vorzustellen vermag. Unsere harte Schale, die wir in der realen Welt oft anlegen, dient nur dazu, uns diesen Zustand, des eigenen Ich’s zu bewahren.

Das ist das Buch, was ich nie gelesen habe,

die Worte, die ich nie gesagt habe,

der Weg, den ich nie betreten werde,

die Träume, die ich stellvertretend träume,

die Freude, die oft zu kurz kommt,

die Tränen, die wir vergossen haben,

die Angst, der Schrecken, der Inhalt meines Kopfes,

und da sind die Jahre, die wir verbracht haben,

und da ist das, wofür sie stehen.

Moody Blues (Übersetzung Nights in White Satin..)

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Foto/Text JK ©25/06/2019

Ein Kommentar zu „Nights in White Satin…

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