Wenn der Tod einen schon vorher kontaminiert…

Als ich neulich über die Verpflichtungen von Kindern schrieb, jene die man eventuell auf sich nimmt, oder eben auch nicht, da hatte ich einen guten Freund von mir in der Birne. Ihn traf ein wohl sehr hartes Schicksal als ihm die Ärzte vorhersagten, dass sein Leben eher ein schnelles Ende finden würde.

Unheilbar krank zu sein und das Datum des letzten Tages bereits in greifbarer Nähe zu wissen, das ist schon echt krass. Wer will das wissen und wer steckt das einfach mal eben so weg! Zumal ja die genaue Endzeitmarke keiner kennt und somit jede noch so kleine gesundheitliche Veränderung Stress auslöst.

Grausam, – eigentlich könnte man denken das reicht schon um einem den letzten Lebenswillen zu rauben. Aber weit gefehlt wenn man dann die Rechnung ohne die Familie macht. Wenn plötzlich die Kinder zum Verwalter von Restzeit mutieren. Wenn sich urplötzlich alles um den Verbrauch des Erbes dreht und dabei der Mensch das letzte Hemd und mit ihm jede noch verbliebene Würde verliert.

Am Anfang dachte ich auch, das kann doch jetzt nicht wahr sein. Aber mit der Zeit konnte ich von außen beobachten, dass alles was Kohle verbrauchte rigoros abgeschaltet wurde. Ich erlaube mir kein Urteil über das warum, jedoch konnte man dem schnelleren Verfall von außen zusehen.

Ein gebrochener Mensch, der nichts mehr hatte und vor allem durfte und dessen an Begegnungen reiches Leben plötzlich an einer fast kein Deutsch sprechenden Polin endete.

Grausam nicht nur der Gedanke sondern auch die Vorstellung. Wenn ich als kommunikativer Mensch mir vorstelle so zu enden, dann doch besser irgendwo von der Klippe hüpfen und sich vom Meer begraben lassen. Nein solch ein unwürdiges Ende wünsch man ja selbst im Fluch keinem. Aber, so konnte ich es mit ansehen und obwohl es einige versuchten, zu ändern war da nichts.

Es gibt halt Kinder denen ist am Ende der Erhalt der letzten Kröten wichtiger, als es der Mensch wohl jemals wirklich gewesen ist. So zumindest der Schein! Schlimm das – und zum erschaudern, dass einem das Sterben fast als einzig gute Lösung erscheinen mag.

Ja es gibt schon krasse Unterschiede unter den Hinterbliebenen. Manchem ist es wichtig die letzten Tage so schön wie nur möglich zu gestalten. Sie nehmen dafür sogar das eigene Leben nicht mehr ganz so an die erste Stelle. Tja und dann gibt es eben auch jene, die während noch gestorben wird bereits damit beschäftigt sind, alle Schränke nach Erbgut zu durchwühlen.

Aber wie sagte bereits Nietzsche: Es leben genug Böse ohne Gewissen zu allen Zeiten: und vielen Guten und Braven fehlt das Lustgefühl des guten Gewissens…

 

Foto/Text JK ©24/02/2018

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Ein Kommentar zu „Wenn der Tod einen schon vorher kontaminiert…

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