Wo das Leben beginnt und die Liebe nie aufhört…

Heute las ich eine grandiose Überschrift im Netz: „Das Jahr der Sehnsucht, und – gar nichts ist wie immer“, wie passend dachte ich so bei mir. Dann schaltete ich im TV die Programme durch und stieß dabei auf einen Film den ich mit meiner Landoma einst schaute. Spontan hatten wir sie ins Kino eingeladen als ihr Weg sie mal wieder nach West-Berlin führte. Das war auch ein wenig gelebte Familie, wenn der Enkel mit der Oma und seiner Freundin ins Kino geht.

Na klar, da kommt grade heute die Frage auf, warum hat sich alles so verändert, oder warum bekommt man grade an Weihnachten diese Sehnsucht.

Nun ich denke grade unsere Herzen sind an Weihnachten verletzlich. Zwar nicht jedes 😬 , aber doch sehr viele von ihnen. Man merkt es oft an Weihnachten und so sitzen auch wir unter der Weihnachtsglocke und können nur zuschauen wie uns Weihnachten, erstmals seit 1956, gestohlen wurde.

Ich frage mich was hätte wohl Oma getan in solch einem Fall und ich denke die Antwort darauf wäre wenig lustig. Oma hatte zwar das „gut und geben“ Gen, aber man durfte nie unterschätzen was sie im Krieg und im Leben alles so geleistet hatte. Diese Art von Menschen hielt nicht einfach den Mund, nein, sie hatten noch Antworten. Antworten die einem spontan um den Schädel brummten und das ob man nun wollte oder nicht.

Ich denke auch wenn, – was durchaus denkbar wäre – , die Eltern noch lebten, dann würde wohl jetzt sowas von die Luft brennen, dass einem das Luft holen so schwer fallen würde, als wäre man grade zwei Marathon gelaufen. Bei Oma weiß ich noch eine Geschichte, da wollte sie mal einer auf dunkler Straße überfallen, der soll heute noch rennen und eine zweite, nach der selbst die Staatsmacht schon mal vor meiner Oma kapitulieren musste, da sie wohl sonst ganz Ost-Berlin geweckt hätte.

Das schöne war aus meiner Sicht einfach der Zusammenhalt und der Rückhalt der Familie und wenn da eine aus der Reihe tanzte, dann war ihr Stand sehr schwer. Familie, das hieß damals eine im soziologischen Sinne geführte starke Gemeinschaft und in ihr galt es ein Teil des Kollektivs zu werden und keinesfalls ein störendes Element, oder was auch sonst immer.

Weihnachten könnte so schön sein. Gut essen, schenken und beschenkt werden, mit der Familie friedliche Stunden verbringen. Wäre nicht eines so vorhersehbar wie die Gutscheine in den Kuverts: Jemand, meist einer den man sich mal irgendwo eingetreten hat, fängt an zu stänkern und selbst wenn man vorher einen Plan gemacht hatte, wird dieser durchkreuzt, > natürlich tut man scheinheilig < und lässt mit einer nach außen unsichtbaren Freude, das Jesulein vom Krippenrand fallen und das meist in dem Moment, wenn der Stern von Bethlehem just am romantischsten zu leuchten beginnt.

Es heißt das wichtigste im Leben sei die Familie und daher kann man sich Familie auch nicht aussuchen. Sie ist Gottes Geschenk an dich, wie du es für sie bist. Das Band, das die wahre Familie verbindet, ist keins aus Blut, sondern eins aus Respekt vor dem Leben des Anderen. So kennt die Familie auch keinen Star, denn jeder hat seinen angestammten Platz innerhalb der Familie.

Familie ist das wo einmal alles beginnt und die Liebe nie aufhört. Das zu begreifen bleibt allerdings ausschließlich jenen Menschen vorbehalten, die auch bereit sind Liebe zu geben, ja für die Liebe zu sterben. Seiner Familie und seinen Freunden Lebewohl sagen und weit, weit weg reisen gelingt so auch nur jenen, die sie immer in ihren Herzen, ihrem Geist, dem Bauch tragen und weil man nicht einfach in einer Welt lebt, sondern weil eine Welt in uns lebt…

 

Jeder braucht einen Platz in der Welt, einen Ort, an den er gehört, und Menschen, in deren Mitte er Geborgenheit findet. Niemand kann in den Räumen dazwischen leben, da muss er abstürzen.
Mirjam Pressler

 

Foto/Text JK ©28/12/2017

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