Merry Christmas…

Aufregung herrscht im Raum und es riecht nach all den Leckereien die man sich an Weihnachten nur vorstellen vermag. Es ist schon komisch, aber die Geschichte stammt aus dem letzten Jahrhundert und doch kann keiner sagen, fand sie nun 60, 70, 80 oder erst in den 90er Jahren statt.

Mutter hatte geladen und alle waren da. Egal ob Enkel, Kinder, Oma und Tante, ein Pflichttermin auf jeden Fall. NatĂŒrlich waren einige PlĂ€tze dann zum Ende des 20. Jahrhunderts etwas ausgedĂŒnnt, sprich leer, aber soweit es ging waren selbst die ganz Alten noch dabei.

Es war jedesmal das gleiche Ritual. Es wurde gegessen, geschlemmt bis einem fast der letzte Zipfel aus dem Mundwinkel raushing. Es war gut so, pflegte zumindest Mutter immer zu betonen. Nach Weihnachten wĂŒrde man eh abnehmen und so könne man sich die paar Kilos doch einfach auch mal gönnen.

Der tag war tatsÀchlich ritualisiert und folgte einem absolut festgestricktem Muster. Manchmal, so erinnere ich heute, ging mir das derart auf den Keks, dass ich am liebsten ausgebrochen wÀre. Aber das hÀtte nicht nur TrÀnen, nein wohl auch das ganze Fest schwer aus den Fugen geworfen. Mutter, Weihnachten und alle damit verbundenen Rituale waren unantastbar heilig und niemand hatte sich auch nur gedanklich da herauszuschleichen.

In der FrĂŒhe war immer Betriebsamkeit und Mittag fiel meist, so ich mich recht erinnere aus. Dann folgte aber Schlag auf Schlag: erst die Kaffeetafel mit Kuchen fĂŒr mindestens 5 Familien, von welchem auch noch einsame Nachbarn profitieren durften und war die Kaffeetafel abgerĂ€umt wurde bereits unruhig auf die Uhr gesehen und das Abendessen wenigstens schon einmal im Geiste vorsortiert.

Weihnachten war fĂŒr Mutter immer die Zeit der Herzen, der Liebe und darauf hatte sie sich sorgsam das ganze Jahr vorbereitet. Die Geschenke waren dabei oft die schönste Nebensache denn was wirklich wichtig war, dass musste man in den Augen sehen und ablesen können.
GleichgĂŒltigkeit, Streit und KĂ€lte hatten keinen Einlass, sie musste ĂŒber die Weihnachtstage draussen bleiben und das war auch gut so.

Viel zu schnell gingen diese besonderen Tage oft, oder eigentlich immer zu Ende. Aus heutiger Sicht stimmt mich das doch schon traurig und wenn ich heute die alten Weihnachtslieder, also die traditionellen höre, dann wird mir doch ganz warm ums Herz und ich merke ebenso wie die Augen doch leicht feucht dreinblicken.

Mutter ist nicht mehr da und doch weilt sie sicher unter uns, jedoch wird sie dem Treiben in diesem Jahr erstmals wohl mit einem lÀchelndem und einem weinendem Auge zuschauen und so verbleibe ich dann bis die Tage,

mit Theodor Fontane…

Noch einmal ein Weihnachtsfest,
Immer kleiner wird der Rest,
Aber nehm‘ ich so die Summe,
Alles Grade, alles Krumme,
Alles Falsche, alles Rechte,
Alles Gute, alles Schlechte –
Rechnet sich aus allem Braus
Doch ein richtig Leben raus.
Und dies können ist das Beste
Wohl bei diesem Weihnachtsfeste.

Fröhliche und besinnliche Weihnachten 🎄 all meinen Lesern…❀

Foto/Text JK ©23/12/2017

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