Denn nichts bleibt nichts bleibt nichts bleibt…

Und der Wind fegt all die Blätter fort, welch eine große Metapher für das Leben. Es ist der Herbst der mich zurückschauen lässt und ich meine keineswegs die Jahreszeit, welche oft schillernd bunt daher kommt. Schillernd bunt ist eben nicht jedes Leben im Nachhinein zu bewerten. Oftmals ist es eher durchwachsen und sicher manchmal auch mit einer Negativnote versehen.

Der Herbst ist aber auch hier die rechte Metapher, denn wie wir alle wissen, deckt der Winter eine lange Periode des Jahres zu, lässt sie somit ruhen, bis sie, anders als der Mensch, wieder aufs neue zum Leben erwacht.

Hat man wie ich, bereits zwei Generationen zu Grabe getragen, dann steigt im eigenen Herbst die Wehmut. Das Herz wird sanfter, zaghafter und neigt schneller zur Traurigkeit als einem ab und zu lieb ist. Oft erwische ich mich in diesen Tagen beim Sortieren. Sortieren des Lebens meiner Eltern und Großeltern und ich erwische mich ständig dabei, etwas festhalten zu wollen, was längst schon Geschichte geworden ist.

Allein aber aus dieser Erfahrung heraus möchte ich selbst eigentlich Ballast abwerfen. Den meiner Vorfahren und erst recht den meinen. Mein Sohn und mein Enkel sollen einmal nicht vor der gleichen Aufgabe stehen.

Seit Jahr und Tag beschäftige ich mich mit den Dingen. Egal ob Bilder, Möbel und was auch sonst, an allem könnte man etwas finden was es einem als unmöglich scheint, sich davon auch nur ansatzweise zu verabschieden. Was mir jetzt ein wenig hilft und was mir keine lange Wahl mehr gibt, ist mein geplanter Lebensstil in der hoffentlich noch längeren Zukunft.

So geht es nicht dem Nachbarn zu erklären, er möge doch so gut sein die eigene Garage für meinen Herbstwald zur Verfügung zu stellen und sein Auto draussen zu parken. Der würde mir einen Vogel zeigen und das wohl eindeutig zurecht.

Aber loslassen ist schwierig und so kämpft man sich jeden Monat ein wenig näher an das Ziel heran und natürlich schwingt dabei das eigene Älterwerden unaufhaltsam mit.

Angst klingt selbstverständlich auch mit bei den Gedanken. Die Angst irgendwann alleine vor der letzten Reise zu stehen. Die große Angst das letzte Blatt eines Baumes zu sein und den eigenen Abflug als runzlig braunes Blatt selbst leibhaftig miterleben zu werden/müssen. Unsere letzte Reise hinauf oder hinab in eine Ungewisse.

Niemand der es uns beschreiben könnte. Niemand der uns berichten könnte worauf wir uns einstellen müssten wenn wir nur könnten. Niemand der meckernd wiederkam um davon zu berichten.

Die letzte Reise, sowie das letzte Ticket, die letzte große Unbekannte, bekommen wir bereits in der Wiege überreicht. Es steckt wenn man der Wissenschaft glauben schenken kann, bereits tief in uns und der Programmierung können wir einzig das bewusste Erleben der Zwischenzeit entgegensetzen und sonst haben wir uns gefälligst nur noch zu fügen.

Wie sang und schrieb es einst Klaus Hoffmann in Zeit zu leben:

„Denn der Wind fegt all die Blätter fort
und der Tod ist mehr als nur ein Wort,
denn nichts bleibt, nichts bleibt, nichts bleibt…“

Foto/Text JK ©27/11/2017

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