Binär gesehen fehlt mir was…

Zukunft braucht Herkunft, aber ist Herkunft ein Garant für Zukunft? In unserer Gesellschaft ist die häufigste Unterscheidung nach der sozialen Herkunft eine binäre. Sie stellt auf der einen Seite das einfache Arbeiterkind und auf der anderen Seite das proletarische Kind gegenüber.
Sorry aber wie sich jeder denken kann klemmt da doch einiges. Selbst wenn man dem Grundgedanken zustimmen würde, könnte alleine ich diese These, nur auf Zurückgriff in meinem Umfeld, locker widerlegen.

Bei jedem Menschen kommt irgendwann die Grenze des Denkens, wie etwa die Frage, ob die in diesem Moment individuell erlebte Wirklichkeit auch auf tatsächlicher Existenz beruht. Oft sind wir unbewusst mit Fragen konfrontiert, welche sich nämlich nicht binär mit 1 oder 0 erklären lassen.
Selbst Platon hegte deshalb bereits vor mehr als zwei Jahrtausenden Zweifel an dem Bild, dass der Mensch von sich selbst und von der Welt entwickelte. Schon früh reflektierte er die begrenzte Wahrnehmungs- und Erkenntnisfähigkeit des Menschen. Die Philosophen strebten früher nach Weisheit und Orientierung. Heute streben wir nach sozialer Anerkennung und hoffen mit dem Setzen von Akzenten natürlich auch auf ein wenig Aufmerksamkeit und dass sich die von uns als gut empfundene Lebensweise als Beispiel für andere erkennbar widerspiegelt.

Und da sind wir auch schon am eigentlichen Knackpunkt.

Wer hat der Weisheit letzten Schluss?

Nun bevor ich hier wieder jemanden überfordere, gebe ich eines bei allen Überlegungen zu bedenken:

Von dem Satz, auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn, den man ja auch in allen Lebensfragen leicht anders setzen kann, sollte man sich generell hüten.
Sicher kann man auch diesen nach reiflicher Prüfung der Gesamtsituation anwenden. Aber für Schnellschüsse gegenüber anders Denkenden würde ich generell zur Vorsicht raten.

Ich denke in vielen Situationen an Adenauer, dessen Parteifreund beklagte sich einmal heftig über die Unvernunft so vieler Menschen gegenüber Adenauers Integrationspolitik. Er daraufhin gelassen: „Nehmen Sie die Menschen wie sie sind, andere gibt’s nicht.“

Strategisch rate ich zur Gelassenheit:

Erwarten wir nichts „Übermenschliches“ von anderen und schon garnicht von uns selbst.

Souverän und gelassen verbleibe ich mit den Worten:

„Ich bin, wie ich bin.
Die einen kennen mich,
die anderen können mich.“

Oder auch „come in and find out – oder – falsch verstandener Anglizismus“ 😉

 

Foto/Text JK ©30/09/2017

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