Think positive…

Die Psychologen sagen es oft sehr deutlich, nach ihrer Ansicht ist unser Gehirn prädestiniert dazu negatives Denken zu favorisieren. Demnach ist unser Gehirn grundsätzlich darauf gepolt, eher Probleme zu sehen als positive Dinge. Das stammt aus einem evolutionären Überbleibsel: Wir müssen überleben, also müssen wir achtsam gegenüber Problemfaktoren sein.

Wir gewöhnen uns zudem sehr schnell an Dinge, weshalb wir kleine, schöne Dinge viel schneller aus den Augen verlieren als negative. So bleibt ein leckeres Abendessen kaum länger als ein paar Stunden in unserer Erinnerung und ist meist schon am nächsten Morgen wieder vergessen. Ein schöner Moment verliert bald an Bedeutung. Aber ein privater oder beruflicher Rückschlag hängt uns teils noch wochenlang, wenn nicht monatelang nach.
Wer sich darauf einmal eingeschossen hat, dass in seinem Leben alles scheiße läuft, für den wird auch Morgen wieder alles scheiße laufen, weil er sich nun mal auf negative Aspekte eingeschossen hat. Aber was tun wir mit unseren lieben Mitmenschen, die sich selbst dem Leben gegenüber ständig derart pessimistisch gegenüber stellen? Freunde, die uns immer wieder vorjammern, wie schrecklich alles ist? Oder auch Familienmitglieder, für die das Glas ständig halb leer zu sein scheint?
Zugegebenermaßen wird es die große Kunst sein, den Schwarzmalern einmal  aufzuzeigen, dass das vermeintlich wenige Gute umso wertvoller ist. Das gelingt aber nicht durch verbales Eindreschen, sondern indem wir unser Gegenüber subtil auf Positives im Leben aufmerksam machen. Dazu gehört natürlich zunächst genaues zuhören, und eigene Zurückhaltung um dann im richtigen Moment einen Perspektivenwechsel zu ermöglichen.

Wenn der Gesprächspartner beispielsweise unaufhörlich über Probleme im Job schimpft, nur noch über grausige Arbeit klagt, und irgendwann sagt „Ich brauche ernsthaft dringend Urlaub“, könnte genau das unser unser Stichwort sein, einzuhaken. Dabei könnte man dem Gespräch gut einen positiveren Drall verpassen: „Ja, das ist eine gute Idee. Wohin? Dubai, Wien oder New York?“
Aber Vorsicht sei geboten: Nichts mit alles awesome, nichts mit alles so toll, alle haben sich lieb, nichts mit Übertreibungen. Denn nur unsere authentisch positive Hilfe ist angebracht. Wir müssen dieses Signal senden und dabei jedoch nicht vergessen wirklich schlechtes auch zu sehen und auch zu benennen, aber eben auch alles, was sonst noch so da und drum herum ist.
Für uns positive Menschen ist das oft eine Gratwanderung. Aber wir müssen uns darüber im klaren sein, dass ein jeder Mensch irgendwann selbst auf den Trichter kommen muss. Man sollte jetzt jedoch auf keinen Fall erwarten, dass aus Pessimisten per Schnipsen Optimisten werden. Und letztlich bedeutet das auch, wenn das vorsichtige Einwirken nichts bringt, bedarf es eben manchmal auch radikaler Schritte. Und dazu gehört auch, dass sich die Protagonisten irgendwann auch selbst eingestehen müssen, dass sie nur Wiederkäuer ihrer eigenen negativen Gedankenwelt sind.
Das hat nichts damit zu tun, dass wir nicht mal negativ sein dürfen, gefrustet, traurig oder angepisst. Das alles dürfen und müssen wir auch > ab und zu < einmal sein dürfen. Aber wir sollten dabei nur nicht unsere Außenwirkung vergessen und dass es mit Sicherheit auch sehr viel Gutes und Schönes in unserem Leben gibt. Und genau jenes gilt es umso mehr zu genießen…

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Foto/Text JK ©25/04/2017

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