Mach bitte Aschermittwoch…

Im Fernsehen nur noch trärä oder diesen DSDS Scheiß den keiner mehr sehen kann und will. Nö ich denke Meine hat das genau richtig gemacht und sich freiwillig zum frühen schlafengehen gezwungen. Und nun, während der Prinz spricht, drehe ich die erste Runde zum neuen Blogpost für den Sonntag. Übrigens der letzte Sonntag im Februar. 
Ja wir drehen auf März und dabei war doch grade erst Weihnachten. Was wohl die da oben machen, ob da auch Karneval ist? Ich würde mich jedenfalls umgehend zurück, oder zumindest versetzen lassen, so das im Himmel überhaupt möglich ist. Vorhin dachte ich so bei mir, schalte mal ein wenig Musik an und lass dich darauf ein. Aber nix da, kaum hatte ich das umgesetzt, parkte einer dieser großen Umzugswagen direkt vor unserer Terrasse.
Na Bravo, plötzlich kam ich mir vor wie am 17.Juni bei der Love Parade mitten in Berlin. Rums, schepper knallten die Bässe all meine Pläne beiseite und auf der Couch sitzend zitterten selbst meine entspannten Hoden. Früher kannte ich das nur aus dem Bandraum, denn in der Halle, also von der Bühne aus drückt der Schall doch sehr an dir vorbei und einzig die Monitore machen hörbar wo der Takt grade tobt.
Ich weiß noch, einmal haben wir es geschafft eine Fensterscheibe im immerhin 6. Stock aus der Fassung zu drücken. Das war so Mitte der 80er, ungefähr zu dem Zeitpunkt, als unser Schlagzeuger mir die Gehörgänge dermaßen weg knallte, dass ich für Wochen nur noch den sonoren Ton eines hochfrequenten Alarmtons wahr nahm.
Hey ich war stinksauer und alle wussten, das war es dann für heute. Es ging immer eine Weile gut und dann kam eben wieder ein Knall. Als ich anfing zu singen dachte ich: 800 Watt für den Proberaum sollte reichen. Am Ende wurden es 2000 und die reichten oft nicht wenn die 25 Quadratmeter von Gitarre, Bass, Keyboard und Schlagzeug zugeknallt wurden. 
Zumal unser Drummer einen Hang zur Aggressivität hatte, so er sich verspielte. Dann schlug er so auf eines der vielen Tama Becken ein, dass er jene sogar öfter austauschen musste. Normal war das nicht, sagte mir zum Glück auch der Chef vom Sound & Drumland und die Jungs von unserem Lieblingsladen in Sachen Instrumente, staunten ebenfalls über so einen verschleiß. Zumal das natürlich schon „Metaler“, also dickere Becken waren. Nach ein paar Gigs sahen die aus wie diese Lakaritzschnecken, die man so aufriffeln und weg knabbern konnte.
Grade erklärt im Wort zum Sonntag, eine Pfarrerin warum wir die Narren brauchen und ich denke herausgehört zu haben, dass uns ihr Witz durch die Wüste des Lebens tragen soll. Na hallo, dann müssen die aber noch an ihrer Performance arbeiten. Vorhin habe ich mir noch den Anfang von Dieter angeschaut. Ich meine man war ja mal per Du und hat zusammen in luxuriösen Hotelzimmern auf den nächsten Auftritt gewartet. Natürlich bin ich auch wegen Dubai mal raufgezappt, aber schon nach 5 Minuten zog ich es vor einen Krimi aus der Mediathek zu schauen.

Die bringen da immer Aufnahmen im Dunstkreis des Burj al Arab und ich sage mal vielleicht dazu, dass das günstigste Zimmer dort mindestens 3 Tage zu mieten ist, pro Tag mit immerhin 3500 Euro zu Buche schlägt. Wir reden hier also roundabout über 10.000 Euro….
Wenn ich von denen auch nur einen falschen Ton auf meiner Suite (die wir 2016 fast gemietet hätten) hören hätte können, dann wäre aber eine Dauerverbindung mit der Rezeption vorprogrammiert gewesen. Aber gut, wir haben uns für die 10 Mill dann doch lieber die ganze Reise und das für 10 Tage gegönnt, was wesentlich spannender und beeindruckender war. Eine Suite im 59zigsten Stock, hat das Burj genau wie die Nähe und den direkten Blick zum Burj Khalifa nämlich nicht zu bieten. 😉

Aber mal ehrlich:

Sie sagen den jungen Menschen immer: bleibt bloß am Boden, hebt nicht ab wenn ihr anfangt Kohle zu verdienen. Dann aber bitte fahre ich mit denen nicht nach irgendwo, sondern miete mir ein Studio in Deutschland und lasse arbeiten. Wenn ich nur daran denke, dass jene, die noch nichts in ihrem Leben geleistet haben, plötzlich zugeschüttet werden mit einer Luxuswelt die ihresgleichen sucht, dann sehe ich den Abstieg ins endlose Nirvana der Musikkarriere bereits vorprogrammiert…

.

Foto/Text JK ©26/02/2017

.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s