Metapher, Déjà-vu, – egal – Hauptsache ohne Empathie… 

Wir Menschen sind schon ein armseliges Völkchen. Wir halten stur fest an Gewohnheiten und sind uns doch selbst treu in Ausflüchten werden wir dabei erwischt. Dem anderen zuhören ist eben oftmals nicht auszuhalten, denn meist spielt man hier keine Hauptrolle und kann auch sonst nicht auftrumpfen.
Es ist schon ein paar Jahre her, da saßen wir in illustrer Runde in einem kleinen aber bekannten Künstler Kaffee in Wien, tranken brav die Melange und unterhielten uns über Gott und die Welt.

Einer, den jedermann in Österreich kennt, holte plötzlich zu einer Geschichte aus, die so passiert sein kann, oder eben vom Kabarettisten selbst erdacht wurde. Es ging um die heutige Schnelllebigkeit und die daraus resultierend fehlende Zeit für Empathie.
Andächtig schauten wir nun gebannt auf die Ausführung des bekannten Kabarettisten, für den normalerweise jeder tief in die Tasche greifen muss um eine der begehrten Eintrittskarten zu erhaschen:
Ja grüß dich Meier, ja grüß dich Sepp, wie geht es denn so Meier?

Ach hör auf, grade bin ich aus dem Krankenhaus entlassen und kann vor Schmerzen kaum gehen. Nun ich habe mittlerweile eine Beinprothese und einen künstlichen Darmausgang und dann immer diese Schmerzen. Grade komme ich wieder von einer Untersuchung und nun stell dir nur vor, haben sie noch Prostatakrebs diagnostiziert und dann immer zu dieser Schmerz.
Oh Meier, das hört sich ja alles nicht so gut an, aber ich habe heute auch schon 2 Kopfschmerzpillen genommen und krieg den Druck nicht weg. Aber nichts für ungut Meier ich muss noch schnell zur Apotheke, meine Kopfwehpillen sind alle… ach ja und grüß mir deine Frau Meier bis demnächst mal wieder…
Wir waren alle begeistert von der kleinen „Vorstellung“ und lachten uns über diese äußerst lebhafte Vorstellung fast tot.
Doch dann wurde es eben so schnell wieder ernst und wir kehrten zurück zu der eigentlichen Frage, nämlich wie halten wir es mit der Empathie und wie bereit sind wir wenn es darum geht sie zu zeigen?
Irgendwann gingen wir alle nachdenklich nachhause und nun Jahre später fühlte ich mich vor kurzem wieder an dieses nette Beieinander erinnert. Ich erzählte jemandem den ich lange nicht gesehen hatte, sehr sehr lange, dass es mich fast zerrissen hat und nur das schnelle Eingreifen meiner Frau mir das Leben gerettet hätte. Nun er räusperte sich kurz, stammelte sich ein „ja tragisch“ über die Lippen und schlug dann den Bogen zu einem kleinen Streit, der sage und schreibe vor etwa zwanzig Jahren stattgefunden haben soll.
Ich war fast bereit mich auf diese Ebene einzulassen, ihr zu folgen, nur zu meinem großen Glück fehlten mir spontan einfach die Einzelheiten.
Ich sage mal Gott sei dank und hier vielleicht für beides, erstens dass ich noch hier sitzen und für euch schreiben darf und ebenso für den kleinen Gedächtnishänger, der mich klug vor schlimmerem bewahrt hat…

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Foto/Text JK ©25/10/2016

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