Von der sittlich moralischen Überlegenheit…

Es ist wahrlich schon eine Weile her, als ich mit meiner lieben Marina im „kleinen Prinz“ war. Es ergab sich zufällig zur Weihnachtszeit die wir in Augsburg verbrachten. Ich erinnere mich noch an beachtlich viele Sätze, doch hole ich mir heute auch gerne mal per Google Unterstützung.

Es ist viel schwerer, über sich selbst zu richten, als über andere zu urteilen. 

Wenn du es schaffst, selbst über dich gerecht zu werden, dann bist du ein wahrer Weiser.

Das ist so ein Zitat aus „Der kleine Prinz“, jenes erscheint mir grade in unserer heutigen Zeit mehr als wichtig zu sein, oder zu werden. 

Anscheinend hat ein jeder seine Lösung für all die Probleme und da Zuhören, sowie auch Zugeständnisse an den vielleicht nicht einmal groß anders Denkenden zu einem No-Go geworden sind, wird gestritten bis auf Messers Schneide. 
Ähnlich wie das Geschrei „Merkel muss weg“ tönt es lautstark durch alle Foren. Nun sicher kann man laut brüllen und den ausgemachten Gegner niedermachen. Man könnte aber auch, so man meiner Meinung mal kurz folgen möchte, festschreiben, dass eine Amtszeit nur max. 5 Jahre dauern darf.
Allein das oft ausgeprägte Ego spricht dagegen und es sind letztlich genau diese Egoisten, die sich bereits vor dem argumentieren all ihre wenn und aber zurechtlegen. Sie lassen sich nicht gerne überraschen und bauen daher vor. So und nicht anders funktioniert der Sich-Selbst-Gerechte, von dem der kleine Prinz erzählt.
Auch in der heiligen Schrift finden wir zwei Menschen, von denen einer sich hervorstechen wollte, sie gingen hinauf in den Tempel, um zu beten, der eine ein Pharisäer und der andere ein Zöllner. 
Der Pharisäer stand und betete bei sich selbst so: 
Gott, ich danke dir, dass ich nicht bin wie die Übrigen der Menschen: Räuber, Ungerechte, Ehebrecher oder auch wie dieser habgierige Zöllner. Ich faste zweimal in der Woche, ich vierzehnte alles, was ich erwerbe. 
Der Zöllner aber stand weitab und wollte sogar die Augen nicht aufheben zum Himmel, sondern schlug an seine Brust und sprach: 
Gott, sei mir, dem Sünder, gnädig! 
Ich sage euch: 

Dieser ging gerechtfertigt hinab in sein Haus, im Gegensatz zu jenem; denn jeder, der sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden; wer aber sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.
(Die Bibel Lukas 18, 10-14)

Der Pharisäer steht hier für das Bild eines selbstgerechten Menschen. 

Solche Menschen führen oft ein normales Leben, halten sich an Gesetze und begegnen bösen oder schlechten Dinge mit Argwohn. 
Aber diese Menschen denken eben oft auch sie seien besser als Menschen die aus ihrer Sicht, böse und schlechte Dinge tun. Sie stellen sich über andere Menschen und denken über sich wie toll sie eigentlich sind.
Für alle Menschen gilt jedoch der gleiche Grundsatz, dass man vor Gott ein Sünder ist, egal wie brav man auch immer gelebt hat. 
Alle Menschen, die an den Himmel glauben und auch kommen wollen, müssen ihre Sündhaftigkeit erkennen und vor Gott bekennen. 

Der Pharisäer in diesem Gleichnis hatte dieses Verständnis nicht, so ist es der Zöllner, der sinnbildlich für den verlorenen Sünder steht. Dieser hatte offensichtlich ein ungerechtes und böses Leben geführt. Er tritt ehrfürchtig vor Gott und bittet ihn um die Vergebung seiner Sünden. 
Dieses Bekenntnis führte also letztlich zu seiner Rechtfertigung vor Gott.

Manchmal haben uns begegnende selbstgerechte Menschen ein zu schwaches Selbstwertgefühl. Vielleicht überspielen sie grade durch ihre unverrückbar scheinende Dickköpfigkeit ihre äußerlich vorgespielte Selbstgerechtigkeit. 

Wenn wir ihnen dann ihre Selbstgerechtigkeit nehmen, indem wir sie stellen und ihnen im Disput zu nahe treten, könnten wir ihnen zwar kurz ihre Maske wegnehmen, jedoch führt das am Ende eben nicht automatisch auch zu einem gemeinsamen Frieden…

Guten Morgen Welt…

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Foto/Text JK ©20/09/2016

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