Wenn es nachts mal nicht mehr klingelt…

Heute blicke ich grader in die Welt und ich weiß, oder sagen wir mal mir ist es heute bewusst, dass man nicht auf alles stolz sein kann, was man im Leben so verzapft hat. Ich würde sogar an mancher Stelle heute noch ein wenig weiter gehen und sagen; manche Situationen kann man nicht mehr steuern weil man in sie hereinschlittert.

Schnell verurteilen wir Menschen die sich trennen. Oft sind diese aus unserem Bekanntenkreis und natürlich wächst damit auch die Empathie die wir meist für den alleingelassenen empfinden. Meine Einstellung ist und war ja nie anders. Aber auch ich weiß aus den Tagen der Freiheit, dass es manchmal nicht das Abenteuer ist das einen hinabgespült, sondern das sichere Gefühl jemandem begegnet zu sein der einen scheinbar besser zu verstehen scheint. Der unvoreingenommen und ohne Kokolores sagt ich liebe dich und der dir dann genauso urplötzlich erklärt, dass er es nicht erklären kann noch will, sondern einfach so hinnimmt ohne nachzudenken und genießt.
Natürlich kann man genießen, den Moment, den Tag, den Kurzurlaub und…. Aber mal ehrlich wo ist der Schlusspunkt und wer ist am Ende bereit ihn auch zu setzen und, das wichtigste vielleicht, tut es jetzt schon weh oder geht es uns sogar total beschissen.
Wie ich darauf komme?
Na klar, oder?

Ich habe mal wieder in meinem Leben gestöbert und dazu noch einen Song von der lieben Sara gehört, die es jetzt auch mal auf Deutsch klärt:

Vier Uhr nachts hältst du mich für dumm?

Ich weiss ganz genau du machst jetzt mit ihr rum.

Ich kann nicht mehr atmen was mach ich noch hier?

Will nur noch ertrinken in dem Glas vor mir…

…heißt es da!
Heute, gereift, erwachsen, durch Höhen und Tiefen gewandert Ist mir klar, für den, der am Ende die Nächte alleine verbringen muss, ist das Tal der Tränen ein unfassbar einsames. Eines was Schmerzen verursacht, Ängste, Tränen, Wut und vieles mehr. Allein sein bedeutet plötzlich versagt zu haben, Schuld zu spüren, wo nie eine Schuld vorhanden war und oft leider auch die Gefangenschaft in einem Gefängnis, das sich von einem zum anderen Tag aufgebaut und für denjenigen zur letzten Instanz zu werden scheint.
Ich wünschte mir heute oft ich könnte Menschen, welche solche Situationen durchleben, für eine Weile an mich nehmen und ihnen erklären, dass die einzige Schuld, die ihnen diesen bösen Streich gespielt hat, das Leben selber gewesen ist. Ihr Leben selbst. Niemand sonst.
Wir merken es oft nicht wie sich unsere anfänglich bekundete ewige Liebe in Schall und Rauch auflöst. Nein, wir kokettieren sogar mit unserem tollen Partner und biegen doch bei der ersten Gelegenheit oft genug rechts ab.
Vergessen alle Konventionen die beim ja Wort noch wichtig waren und verlassen uns urplötzlich auf unseren Bauch, der uns sonst immer nur aufgefallen war, wenn der Gürtel mal wieder drückte.
Fragen:

Was ist das, wie geht das und warum grade jetzt und mit mir?

Plötzlich sind sie da und stoßen wie ein zu heller Schatten aus der Nacht heraus. Bohren sich in unseren Hirnen fest ohne auch nur einen Ansatz vom warum hinterher zu schießen.

Leere, nichts als Leere macht sich breit und was bleibt ist oft nur die Schuld, die es meist nicht gibt.
Irgendwann sind sie sich dann einig, die bösen Geister, kommen nicht nur bei Sara, sondern auch im eigenen Kopf und machen sich breit in dem sie uns fragend zermartern:

Berührt sie dich so wie ich?

Kommt sie mit dir überall hin?

Machst du’s mit ihr so wie wir?

Ganz ehrlich….?

All das ist scheiß egal, denn in Wirklichkeit geht es nur noch um zwei Dinge.

Will ich dich noch zurück und lohnt es sich dafür zu kämpfen?

Jeder halbwegs Erwachsene Mensch muss hierauf seine eigene Antwort finden. Dazu gehört eine ehrliche Analyse des gewesenen und des momentanen Gemütszustands.

Wenn ich selbst der Meinung bin, immer und an jeder Stelle alles richtig gemacht zu haben, bin ich augenscheinlich ein Glückskind und muss nur für mich entscheiden ob ich darüber hinwegsehen kann, es also irgendwie dulde oder nicht. Sehe ich aber klar und so liegen die Dinge doch meistens, auch eine Mitschuld an der Verödung der einstmals glücklichen Beziehung, dann stellt sich die Frage, alles wegzuwerfen oder aber zu kämpfen für ein Leben, eine Beziehung, die kurzfristig aus gegenseitigem Verlust der Achtsamkeit und des Respekt aus dem Ruder gelaufen ist.
Verzeihlich oder unverzeihlich, das muss jeder für sich selbst Abwägen.
Fragen wie:

Machst du’s mit ihr fliegst du mit ihr so wie wir?

Und wenn ihr mal landet und du siehst mein Gesicht, bist du dir dann noch sicher, dass sie die richtige ist…

…müssen dann jedoch ein Ende finden und auf selbst Jahre spätere antworten verzichten.
Manchmal lohnt es sich und manchmal auch nicht.
C’est la vie, das ist das Leben…

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Foto/Text JK ©19/03/2016

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