Im Zuge der Gelüste…

Oh ja, schon früh war mir klar, dass es mehr gibt als Schulheft und Ranzen und den ganzen Quatsch den man erlernen sollte um später einmal nicht unter zu gehen. Meine Mutter war eine begnadete Frau vor allem wenn es darum ging den Ofen anzuheizen um einen Kuchen zu backen.Ich denke damals hatte sie bereits weniger Spaß an dem ganzen, sondern war doch eher Lust gesteuert vor der Klappe des Ofens auf das fertige Resultat zu lauern, um es mit der Kuchengabel bewaffnet in Ihre im zunehmenden Alter doch üppiger werdende Figur zu entlassen.
Es roch so herrlich in der ganzen Bude und war doch gleichzeitig das Signal zum Aufbruch für mich. 

Aufbruch? 

Ja Aufbruch! 

Ich könnte fast bis auf die Sekunde genau vorhersagen, wann es Zeit für die Mädels wurde sich zumindest eine Bluse überzustreifen bevor die Tür zu meinem Zimmer wie von Geisterhand aufsprang und Mutter tirilierend da stand „Hier für euch, frischer Käsekuchen, noch warm Kinder“.
Ja so war sie, nicht zu bremsen das Mütterlein und oft hat sie mich beim zuknöpfen erwischt und schmunzelte doch nur ihre Teller mit dem frisch gebackenem an. Mit meiner heutigen Frau passierte das übrigens damals auch schon. Es muss so vor 43 Jahren gewesen sein und wenn ich mich so recht erinnere, war es auch der Grund für unseren frühen Auszug.
Also nicht dass wir da etwas rein interpretieren, es war keineswegs der Hauptgrund. Wir wollten unser Leben leben und mit vielen Leuten Party machen und genau das haben wir dann auch gemacht. Schon bald kauften wir den Kuchen an der Ecke und da es in West Berlin immer schon viele Ecken gab, gab es auch oft Kuchen. Nicht so warm und so schön wie der von Mutter, aber auch nicht übel. Zweite Wahl eben! 
Mit Gelüsten ist es ja auch immer so eine Sache. Grade bin ich ja wirklich sehr froh mich selbst gut im Zaum halten zu können. Das lag sicher an meinem Break letztes Jahr, welcher mir doch ganz schön ins Gewissen getreten hat. Einzig ausrasten könnte ich manchmal beim Fernsehen. Da, wenn sich wie von Sinnen, egal wohin du schaltest einer eine Fluppe in den Mund schiebt um genüsslich daran zu ziehen bis die leuchtende Glut ins dunkelrot verfällt. 

Man was bekomme ich da für eine Lust mir eine Zigarette zu drehen und sie mir genüsslich durch den Kopf gehen zu lassen. Nahezu wie ein kleiner Orgasmus wächst da in mir und während ich mich den Rauch bereits wahrnehmend in dieses Gefühl verliebe und verheddere, knallt die Tür gegen die Wand und Mutter steht mit einem Stück Frankfurter Kranz mitten im Zimmer. Na ja, Träumereien, es wäre schön, aber leider schon 10 Jahre lang nicht mehr möglich.
Als Jugendlicher fing ich bereits früh an die Lust zu spüren. Sicher nicht sofort die Lust auf das andere Geschlecht, wobei…. 😉

Die Mädels haben es mir schon früh angetan und so verspürte ich schon recht früh dieses kribbeln im Bauch, was es sonst nur bei Brausepulver gibt. Herrlich, ich habe meine Zeit immer genossen und ich erinnere mich noch an meine ersten warmen Frühlingstage an denen ich mit meiner ersten Freundin Andrea bei uns am Landwehr Kanal auf der Wiese der Böschung stundenlang rumgeknutscht habe. Damals schon sagte mir Andrea wie gut ich das könne und erzählte mir laut lachend von ihrem ersten Freund der sie wie eine Eiswaffel abschleckte und sie sich jedesmal wie eine labbrige Eistüte danach fühlte. Göttlich, diese alten Geschichten.

Aber wenn ich so nachdenke, dann habe ich immer mehr als gerne herumgeknutscht und herumgekuschelt bis heute.
Und wenn mir heute bei all den gemachten Erfahrungen und gelebten Gelüsten etwas fehlt, dann ist es höchstens die Zigarette und vielleicht noch dass die Tür mal wieder aufgeht und es so wunderbar wie früher nach frisch gebackenem Kuchen riecht!
Knutschen….klappte heute noch immer ganz passabel, aber ich denke das liegt einzig an den vorzüglichen Partnerinnen und den vielen geopferten Lehr-Stunden in meinem doch sehr glücklichem Leben… 😉

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Foto/Text JK ©18/03/2016

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