Teils heiter bis wolkig…

Es ist wieder mal Enkel-Alarm im Hause und unser Jagdhund hat es bereits vorgezogen sich zu verkrümeln. Vorhin las ich in der Zeit, in England hat sich neulich wohl eine Schulleiterin mit einem Brief an die Eltern gewandt weil häufig die Eltern im Schlafanzug erschienen, wenn sie ihre Kinder an der Schule absetzten. »Dürfte ich Sie darum bitten, sich die Zeit zu nehmen, sich angemessen zu kleiden?«, heißt es mahnend in dem Schreiben.
Früher war es ja Langezeit eine Angstvorstellung, sich im Schlafanzug auf der Straße wiederzufinden. Dem ist heute offenbar nicht mehr so. Der Pyjama ist sozusagen auf der Straße angekommen. Und nicht nur dort: Die Mode ist zurzeit eine Pyjama-Party. Wenn man sich die aktuellen Sommerkollektionen anschaut, bekommt man den Eindruck, man müsse dieses Jahr zwischen Tag und Nacht nie mehr die Kleider wechseln.
Na gut, aber das sind auch wieder Probleme mit denen will man doch nichts mehr am Hut haben. Grade hat man sich doch von den Problemen getrennt und das Flüchtlingsproblem an Griechenland verkauft. Na ja …. Schon gut verkauft ohne zu bezahlen aber die Griechen schaffen das schon. Es ist doch ein sonniges Land und Schulden, naja seien wir mal ehrlich, hat doch fast jeder Staat. 
Sterben lassen weit weg von uns ist doch für den Geist wesentlich humaner, also für unseren, wenn es außerhalb unseres Sichtkreises stattfindet. Und mal ehrlich, natürlich hätten wir die Flüchtlinge auch auf Helgoland zwischenparken können. Aber wer hätte schon zuschauen wollen wenn sie dort auf einer Luftmatratze Richtung Festland treiben. Alleine die Kälte hier und die Winde der Nordsee sind doch viel zu rau. Nee da ist Probleme abschieben ohne abzuschieben humaner für beide Seiten.
Als ich neulich die aufgeregten im Osten mal wieder durch den überdimensionalen Flat screen Rennen sah, wurde mir plötzlich das Problem Turnhalle auch mal richtig klar. Menno natürlich kann man doch den täglichen Volkssport von Millionen Deutschen nicht unterbinden, weil man denen die Turnhallen für Flüchtlinge klaut.

Hey das war mir gar nicht klar, dass wir soviel leidende Sportskanonen daran hindern ihren Gewohnheiten nachzukommen…?!?
Tja so hat doch diese scheinbar kurz vor der Endlösung stehende Krise auch was gutes für uns gebracht. Jede Menge Erhellung und jede Menge Erfahrung für den Fall, wenn es wieder mal darum geht humanitäre Hilfe ohne wenn und aber zu leisten ohne dass es stinkt. Verwesungsgeruch ist nun mal unerträglich und Mallorca wird nun zwar grade saftig teuerer, aber bezahlen müssen wir ja wenigstens irgendwo. Europa muss die Antwort sein sagen wir westorientierten zumindest doch grade und Lösungen kosten nun mal Geld.

Dem gutbetuchten bleibt im Übrigen ja auch noch Malediven statt Malle und so müssen wir später einmal nur unseren Enkeln erklären was wir für Eierköpfe waren und warum. 

Sollen sich die Länder östlich von uns doch verzäunen und vieleicht lassen sie ja ein kleines Loch auf westlicher Seite offen. Dann hätte auch der Sachse ne Chance sich zu verurlauben.
Ach ja, ich habe übrigens Glück mit dem Enkel, denn meiner ist schon 3 und erlebt das alles zwar noch nicht so richtig mit, aber es gibt mir wenigstens noch genug Zeit ihm zu erklären, dass die Meinung seines Opas eine generell andere war und wer weiß, vielleicht erhebt es ihn irgendwann einmal mit Stolz, wenn er versteht wie seine Großeltern getickt haben für diese Welt.

Meine Eltern, Großeltern haben sich an 2 Weltkriegen nicht beteiligt, meine Oma, die es in den 50ern versehentlich nach Ost-Berlin gespült hat und somit von mir, ihrem Enkel getrennt leben musste, hat immer gegen den Unrechtsstaat DDR gekämpft und hat sich nie einschüchtern lassen. Vielleicht bleibe ich daher hartneckig, streitbar und nur mir selbst linientreu.
Es ist natürlich grade nicht unbedingt die beste Zeit für Menschen die einen Zen-Garten entdecken wollen, aber hilft es mit dem Wohlstandsbauch auf dem Laufband davonzurennen, seine erotische Perspektive zu erweitern oder, wenn’s drinnen riecht, künftig einfach mal zu lüften, oder sollte man doch mal die Sorgen der Flüchtenden ernst nehmen und was einem sonst noch dazu einfällt?

Und während der Weihnachtsbaum mangels Vorhandensein schon längst nicht mehr nadelt und man kurz mal vergessen konnte, dass schon auf dem Narrenschiff die Un-Pläne-Schmieder in der ersten Reihe saßen, kommen wir hoffentlich bald zu der Erkenntnis, dass auch der beste Vorsatz immer schon der war, dass es sich ehrlich oft besser lebt als einfach bloß konsequent…

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Foto/Text JK ©04/03/2016

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