Mir fällt nichts ein was…

Was wäre wenn und wenn wie egal wäre es mir heute.
Es gibt ja mittlerweile für jeden Scheiß eine Hitliste und manches kann man ja auch durchaus nachvollziehen. Gefangen im Internet stehen sie ja alle und ab und zu stolpert man zufällig oder suchend einfach drüber.
Ich recherchierte grade irgendetwas, während im TV ein Bericht über Lemmy lief. Jenem Kopf des Rockmotors, der beim Leben gedankenloser als die Meisten „Hier“ geschrien haben. Während ich suchend herumlungerte während meine Ohren auf ARTE ausgerichtet waren kam mir dann die Idealzündung zu diesem Blog. Es geht um das Ende des Lebens, welches uns zugegebenermaßen wieder zum Anfang des Lebens bringt.
Als ich vor knapp einem Jahr auf der Matte lag, gingen mir ähnliche Gedanken durch die Birne und in sofern, nehme ich mir als Überlebender einfach mal heraus dies so zu behaupten.

Es gibt tatsächlich eine Hitliste im Netz und in der Welt die so sie aufgeschrieben wurde auch recherchierbar ist.
5 Dinge die Sterbende am meisten bereuen, heißt es da in Büchern und Kolumnen, in Reden oder einfach nur im Gedenken an wen auch immer. Warum 5, ist dabei genauso wenig zu verstehen, wie die einzelnen Wünsche, Dinge anders zu machen auch.
Da geht es damit los:
Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, mein Leben nach meinen Vorstellungen zu leben, und nicht nach den Vorstellungen der anderen.

Ich wünschte, ich hätte nicht so hart gearbeitet.

Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, meine Gefühle auszudrücken.

Ich wünschte, ich hätte den Kontakt zu meinen Freunden gepflegt.

Ich wünschte, ich hätte mir erlaubt, glücklicher zu sein.

 

Will man dem folgen, dann sage ich mal frei heraus:

Nichts davon würde am Erleben in der Minute des Todes etwas ändern.

Der große Grundirrtum der Menschheit besteht darin zu glauben, wenn sie etwas im Leben mehr, oder anderes weniger getan hätten, hätten sie ein erfüllteres und glücklicheres Leben.

Alles was im Leben passiert, ist für den Moment völlig perfekt und OK.
Erst einmal Alles!
Es kann sich höchstens im Nachhinein, etwas zu erkennen geben, was den Moment hätte verbessern können. Das mag ein falsches Wort, genauso wie der Aufenthalt zur falschen Zeit am falschen Ort sein. Sich hierbei eine Veränderung zu wünschen, selbst im Nachhinein, ist reines Gehirn Jogging. Man stelle sich nur mal vor, wenn einer da oben für uns alle, mal eben kurz, das Leben anhält um es danach ins für uns positiv verschobene weiter laufen lässt, damit wir uns ja auch muggelig weiter wohl fühlen um nicht der Euthanasie verfallen zu müssen.

Nur wenn ich für mich am Ende meines Lebens erkenne, dass jede Sekunde meines Lebens perfekt war, dann wird mir auch die Sekunde des Todes perfekt erscheinen. Wobei man über den Zeitpunkt jedoch, soviel kann ich bewiesenermaßen schon behaupten, keinerlei Mitspracherecht beim Wann und meist auch nicht beim Wie hat.
Darum bin ich einer der mit dererlei Floskeln nichts anfangen kann.

Natürlich gibt es Menschen die sich gewünscht hätten, dass Dinge anders gelaufen wären.

Ich erinnere mich noch an eine der schrillen 80er Partys, da ging es mit einer Tüte hin, mit viel Alkohol weiter und mit herrlich bunten Pillen weiter bis es letztlich mitten im Hochsommer schneite oder der Backofen wieder ein neues Blech herrlich duftender Kekse ausspuckte. Die meisten hätten diese Mischung erst garnicht überlebt doch wir Musiker bekamen damals bereits die Flügel, die den jungen Menschen von heute ein silberblaues Szene Getränk suggeriert. Ich erinnere mich da an einige Momente wo wir vor Selbstbewusstsein strotzend den Madels die Augen verdreht und später ihren Typen nach Hause geschickt haben. Was jene dann leider auch immer als Weichei abstempelte wenn sie weinenden Auges den Heimweg alleine antreten mussten.

Aber Hallo, na klar war das Scheiße, aber wenn ich heute dran denke muss ich immer noch schmunzeln und wenn ich den guten alten Lemmy auf ARTE heute gehört habe, dann wird mir einmal mehr klar, dass das Leben Rock’n’Roll ist und dass nur wer sich dem Rock’n’Roll stellt am Ende auch sagen kann:

Non je ne regrette rien

Und so werde auch ich am Ende einmal sagen:
Nein; Ich hab nichts zu bereuen; es ist getilgt, wie weg gefegt, nun einerlei.

Denn vorbei ist vorbei.

Und doch entstand mit jedem Souvenir einst ein Feuer in mir.

Meine Sorgen und all meine Freude brauche ich nun nimmer mehr!

Hinweg sind nun all die schönen Liebeleien

und mit ihnen Wohl auch die letzten meiner Rührseligkeiten…

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Foto/Text JK ©09/01/2016 ll

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