Father & Son… 

Verdammt lang her…
Ich bin ja eine Jungfrau und wenn etwas überhaupt zutreffend sein mag, dann wohl die Beschreibung ordnungsliebend. So hatte ich mich aufgemacht trotz aller Trauer die riesige Fotosammlung meines Vaters zu durchforsten und alles wegzupfeffern was nicht Niet und nagelfest ist. 
Oh je, da kamen Eindrücke ans Licht. Meine Zeit als Kind wurde überlagert von gefühlten tausenden Urlauben in Tirol bis hin zu Feiern auf denen ich während meiner Bohlen-Zeit kurz Gastauftritte mit Marina schob. Wobei mir das einmal mehr vor Augen spiegelte was für ein Wahnsinnsteil meine Marina ist und war.
Was mir jedoch gradezu bei jedem zweiten Bild bewusst wurde, war unser Sohn Björn. Selten habe ich so eine Serie an Fotos gesehen die fortwährend einen glücklichen jungen Menschen zeigen. Beruhigend für uns zu wissen, dass wir nicht alles falsch sondern sehr vieles richtig gemacht haben müssen. Bis heute hat er sich diese positive Energie erhalten.
Na klar war er schnell in unser Leben integriert, er wusste dass der Papa wenig Zeit durch die Musik hatte und er wusste dass all seine Bedürfnisse von seiner verständnisvollen Mami aufgefangen wurden. Unsere WG in Lira/ Berlin tat natürlich ihr Übriges. Da liefen unsere Kid´s frei herum und konnten sich entwickeln wie und wo sie es grade wollten. Nur manchmal mussten uns unsere Frauen bremsen, wenn die Luft mal wieder zu gut roch, oder wir nicht mehr ganz in der Lage waren den ernsten Blick einzunehmen der grade mal angesagt war.
Unsere Kid´s hatten ein geiles Leben und ich denke sie haben das gespürt und uns dafür geliebt, dass sie nicht wie alle Spießer in ihrer Klasse aufgewachsen und auf die schiefe Bahn geraten sind. Sie waren eben so offen zu uns, wie wir zu Ihnen. Wir haben sie geliebt und wir haben auch unsere Chancen gesucht es Ihnen zu zeigen wenn es drauf ankam.
Ich erinnere mich noch an unser erstes gemeinsames Konzert in Berlin. Angesprochen hatte ich schnell Karten besorgt und war mit ihm näher an den Brettern der Welt, als mancher Mutter Recht gewesen wäre und er war hin und weg. Überrascht hat er an dem Abend mich, denn zum ersten Mal merkte ich wie sehr er die Musik liebte und wie sehr er ihr bereits verfallen war. 
Nur wenig später schenkte ihm Dieters Gitarrist seine 12 String, die wir gemeinsam in Miami gekauft hatten und er spielte auf ihr Lola, als hätte er und nicht die Kinks diesen Song geschrieben. Wer Lola einmal auf einer 12 seitigen Gitarre gespielt hat, der weiß von was ich hier rede.
Es ist für mich heute genugtuend zu sehen, dass es von meinem Sohn nur Bilder gibt auf denen er herzhaft lacht und immer zufrieden aussieht und blickt. Ich hatte oft wenig Zeit und daher war diese Bilderschau nun doch wiederum ein Beweis für mich nicht alles im Leben falsch gemacht zu haben. 
Vieles habe ich natürlich Marina zu verdanken, die zu jedem Zeitpunkt die Geschicke der Familie zu lenken wusste. Aber letztlich hat mir die Musik auch so viel an Zeit gelassen, nicht auf der Strecke zu bleiben. Bis heute ist unsere Beziehung sicher einzigartig und ich hoffe, das wird bis zu meinem letzten Atemzug auch so bleiben…
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Foto/Text JK ©25/12/2015

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